Martina Stock und Christian Schratt bringen Harfe und Hang zum Klingen – jetzt auch auf CD
Quelle: Mühldorfer Anzeiger | Kultur in der Region – Sa. 10.12.2011 von Wolfgang Haserer

Das etwas andere Live-Konzert: Harfinistin Martina Stock und Hangspieler Christian Schratt nahmen auf einem Podest im "Atelyerhaus" Platz, die Besucher machten es sich auf den Treppenstufen bequem. Foto: Toby Seifinger
Töging – Wer bei Amazon den Suchbegriff “Harfe und Hang” eingibt, erhält keinen einzigen Treffer. So gesehen ist das, was Martina Stock und Christian Schratt in diesen Tagen veröffentlichen, wohl ziemlich einzigartig.
“Well – Live” heißt die CD der beiden, es ist das erste Album des Duos, das seit Anfang 2008 unter dem Namen “Ciference Symphony” unterwegs ist (wir berichteten).
Entstanden ist die Aufnahme im Oktober im Rahmen eines Live-Konzerts im Töginger Silo. Das so genannte “Atelyerhaus” bot sich nicht nur aufgrund seiner sauberen Akustik für das Projekt an, sondern auch weil sich eine Tür weiter ein Tonstudio befindet. “Also haben wir einfach die Kabel bis ins Treppenhaus verlängert”, erzählt Christian Schratt. Über die Stockwerke verteilt wurden anschließend die Mikrofone aufgestellt. “Wir wollten das natürlichste Klangbild der beiden Instrumente einfangen. Und ich glaube, es ist uns ganz gut gelungen”, sagt Schratt.
In der Tat klingen Hang und Harfe auf der CD erstaunlich rein, Bernhard Fischer, der für die Aufnahme verantwortlich zeichnet, hat also ganze Arbeit geleistet. Dabei gerät über die sechs Eigenkompositionen fast in Vergessenheit, dass es sich um ein Live-Konzert handelt. Erst nach “Strip to the buff” brandet der Applaus der rund 70 Besucher auf.
Die übrigen 44 Minuten regiert der Klang, mal minimalistisch anmutend in Form eines einzigen Anschlags auf das Hang, mal als kleine, immer wiederkehrende Melodie im Zusammenspiel mit der Harfe. Harmonisch und sanft geht es zu. Die leichte Spannung, die sich ab und an aufbaut, fällt stets wieder ab. Schratt und Stock machen Klänge mit und fürs Gefühl.
Wo das hinführt? “Wir wollen nicht als Hintergrundmusik in Massagepraxen enden”, sagt Schratt. Dafür sei das Projekt zu ambitioniert, zu einmalig.
Mit “Well – Live” ist auf jeden Fall schon einmal ein außergewöhnlicher Auftakt gemacht, 200 CDs wurden in der ersten Auflage gepresst. Darüber hinaus entsteht gerade ein Video zur “Recording-Session”, auch dafür haben sich die Harfinistin und der Hangspieler etwas Besonderes einfallen lassen. Eine so genannte “Stopmotion-Produktion” soll es werden, mit über 700 Fotografien, die im Sekundenabstand vor dem Konzert entstanden sind.
Inzwischen sind drei neue Titel bereits in Arbeit, sagt Schratt, dem neben einer kleinen Live-Tour durch Österreich und Süddeutschland auch ein Studioalbum vorschwebt. “Allerdings müssen wir dafür erst ein passendes Label finden.” Schließlich sei erst mit dem entsprechenden Labelcode ein Vertrieb über Internetplattformen wie Amazon möglich. Damit schon bald auch dort ein Treffer erscheint, wenn nach “Hang und Harfe” gesucht wird.
Die CD kann ausschließlich über www.ciference-symphony.com bestellt werden.


